Gefühls­cha­os

Ein biss­chen durch­ein­an­der gehts mit mir grad schon. Als ich im März ankam, ent­floh ich dem sehr kal­ten dies­jäh­ri­gen Win­ter in Deutsch­land und wur­de hier zwar mit Regen, aber dafür war­men Tem­pe­ra­tu­ren emp­fan­gen.

Jetzt aber, Ende Juni, sit­ze ich schon wie­der in win­ter­li­chen Zustän­den rum, berei­te ein Win­ter­lied für das Semi­nar mor­gen vor und freue mich auf Weih­nach­ten.

Gedan­ken zur Spra­che

Eng­lisch ist am Anfang ein­fach zu ler­nen, wird aber dann mit fort­schrei­ten­der Sprach­kom­pe­tenz immer schwie­ri­ger. Denn je bes­ser man die Fein­hei­ten erkennt, des­to auf­fäl­li­ger erschei­nen einem die klei­nen Unter­schie­de, die die rich­ti­ge Wort­wahl aus­ma­chen.

Im Spa­ni­schen ist es mei­ner Mei­nung nach umge­kehrt. Am Anfang muss man sich erst­mal durch die gan­zen Kon­ju­ga­tio­nen quä­len: Es gibt zwar auch nur einen Prä­sens, dafür aber zwei Future, drei Ver­gan­gen­heits­for­men (das Plus­quam­per­fekt nicht ein­ge­rech­net) und von den meis­ten Zei­ten auch noch eine Form im Sub­jun­tivo (die Aspekt­form, die Unge­wiss­heit aus­drückt) plus das Kon­di­tio­nal. Die meis­ten der Zei­ten gibt es im Fran­zö­si­schen zwar auch, doch im Fran­zö­si­schen hört man beim Spre­chen den Unter­schied zwi­schen den Per­so­nen nicht, man kann also rich­tig spre­chen, ohne die kor­rek­te Schreib­wei­se zu ken­nen.

Hat man sich beim Spa­ni­scher­werb aber erst ein­mal die Kon­ju­ga­tio­nen ein­ge­prägt, wird es ein­fa­cher: Vor allem bei den Ver­ben benutzt man näm­lich nur einen begrenz­ten Wort­schatz. Mit

  • ser/estar (sein, sich befin­den)
  • ir (gehen, funk­tio­nie­ren, Auxi­li­ar)
  • venir (kom­men)
  • salir (eine Bewe­gung aus etwas her­aus)
  • sacar (kann gene­rell immer ver­wen­det wer­den)
  • poner (set­zen, stel­len, legen)
  • hacer (machen, tun)
  • haber (haben, geben)
  • tener (haben)
  • deber (müs­sen, schul­den)
  • que­rer (wol­len)
  • lle­var (neh­men)
  • dejar (las­sen)

kommt man schon sehr weit, da sämt­li­che Phra­sen, Wen­dun­gen und Aus­drü­cke mit die­sen Ver­ben gebil­det wer­den. Die spa­ni­sche Spra­che ist in die­ser Hin­sicht also wenig krea­tiv.

Das macht sie aber durch ihre Viel­falt an Regio­na­lis­men wett; für fast jedes All­tags­wort, das man in einem ibe­ro­zen­tris­ti­schen Sprach­kurs lernt, gibt es in jedem latein­ame­ri­ka­ni­schen Land — teil­wei­se sogar regio­nal — ein Äqui­va­lent. So sagt man hier nicht coche son­dern auto, nicht dine­ro son­dern pla­ta, nicht pata­ta son­dern papa.

Ganz sub­jek­tiv kann ich sagen, dass ich das Spa­ni­sche zwar sehr mag, weil es eine schö­ne Spra­che ist und ich mich dar­in auch wohl füh­le. Lie­ben tu ich aber Eng­lisch.

Abschre­cken­de Tag­träu­me

Manch­mal denkt man so vor sich hin. Nichts Beson­de­res, man stellt sich ein­fach irgend­wel­che Sachen vor. Was man gera­de erlebt hat oder noch erle­ben möch­te. Wenn man in dem Moment  gefragt wird, was man gera­de so denkt, da habe ich bis­her immer gesagt: „Ich den­ke nur an etwas.” Mein Gegen­über möch­te dann im Nor­mal­fall immer wis­sen, was das ist, an das ich gera­de den­ke. Wenn ich dar­auf­hin ver­su­che, mei­ne Gedan­ken zu beschrei­ben, wird es meis­tens pein­lich, weil es immer irgend­wel­che irrele­van­ten Ide­en sind, die noch nicht bereit für die Kund­ge­bung an die Öffent­lich­keit sind. Von Bana­li­tät mal ganz zu schwei­gen.

Wür­de man aber ein­fach auf die Fra­ge ant­wor­ten: „Ich träu­me nur so vor mich hin.”, wäre die gan­ze Sache ein­fa­cher; denn Tag­träu­me wecken nor­ma­ler­wei­se weni­ger Neu­gier. Mit bei­den Aus­sa­gen spricht man also nicht die Unwahr­heit, letz­te­re ist durch sei­nen abschre­cken­den Cha­rak­ter aber vor­zu­zie­hen, da man sich die Pein­lich­keit erspart, ande­ren Ein­blick in sein Gedan­ken-Durch­ein­an­der zu gewäh­ren.

P.S.: Das Gan­ze gilt selbst­ver­ständ­lich nicht für die­sen Blog, da ich hier natür­lich nur durch­dach­te, hoch­qua­li­fi­zier­te Gedan­ken ver­öf­fent­li­che.