Unse­re lie­ben klei­nen All­tags­ras­sis­men

Jaja, wir sind ja alle ach so offen, tole­rant, kos­mo­po­li­tisch, welt­bür­ger­lich und wie sie noch so alle hei­ßen, die­se Volks­krank­hei­ten. Ey duuuuu, ja weiß­te ich kenn das, das hab ich mal auf ner Back­packing­tour durch Süd­ost­asi­en mit­er­lebt, das war so’n total inter­kul­tu­rel­les Erleb­nis so total anders da, ich hab mich dann voll inte­griert gefühlt. Sol­che oder ähn­li­che Urlaubs­er­zäh­lun­gen, gespickt mit Frem­den­freund­lich­keit, hat man ja öfter schon gehört.

Is ja auch okay.

Blöd nur, wenn mAlltagsrassismen01an die­se Welt­of­fen­heit und Tole­ranz im All­tag dann nicht lebt. Oder wie soll ich mir sonst das dies­wö­chi­ge Ange­bot von Kauf­land erklä­ren???

Da das sicher auch Leu­te kau­fen (Nach­fra­ge und Ange­bot und so),  scheint sich die Gesell­schaft also immer noch in den schö­nen klei­nen unre­flek­tier­ten All­tags­ras­sis­men zu suh­len und zu son­nen.

Man weiß bei den Bil­dern gar nicht, wo man anfan­gen soll, Anstoß zu neh­men. Ist es die ser­vil-devo­te Skla­ven­po­si­ti­on der Frau? Oder dass Afri­ka auf jeden Fall mit einem Ele­fan­ten gleich­zu­set­zen ist? Oder das dunk­le Holz? Mal abge­se­hen davon, dass die der­ar­ti­ge Dar­stel­lung von Tie­ren und Frau­en bei mir ganz laut die Edward Said-Glo­cke läu­ten und micAlltagsrassismen02h an Ori­en­ta­lis­mus den­ken lässt.

Mal ehr­lich, wo soll das noch hin­füh­ren? Am Ende zu grie­chi­schen Hir­ten auf Feta­kä­se­ver­pa­ckun­gen oder zu Schmerz­mit­tel­wer­bung mit indi­ge­nen Nord­ame­ri­ka­nern. Dann hört der Spaß aber auf.

Nach­hil­fe in Selbst­be­wusst­sein

Wer sich für zu schüch­tern hält, soll­te nach Argen­ti­ni­en fah­ren. Weil man als „rei­che®” Euro­päe­rIn hier öfter mal über den Tisch gezo­gen wird, muss man schnell ler­nen, sei­ne Mei­nung zu ver­tre­ten und sich nicht unter­but­tern zu las­sen. Dabei soll­te man sich nicht schä­men, wenn man sich nicht rich­tig auf Spa­nisch arti­ku­lie­ren kann. Den Argen­ti­ni­ern impo­niert es im All­ge­mei­nen, wenn man bei sei­nem Stand­punkt bleibt (weil sie selbst das nicht tun) und ist man selbst­be­wusst genug, las­sen sie einen dann auch in Ruhe oder machen, was man will.

Man soll­te wei­ter­hin auf dem behar­ren, was man ursprüng­lich ver­ein­bart hat­te: Ter­mi­ne, Abma­chun­gen, Rege­lun­gen, Ver­spre­chun­gen etc. wer­den sonst ganz gern ver­ges­sen.

Wer zu schüch­tern ist, geht hier unter. Des­halb also eine gute Lek­ti­on für alle, die selbst­be­wuss­ter wer­den möch­ten.